19.04.2021

Die Rheinwohnungsbau GmbH (RWB) hat im Rahmen der Initiative Wohnen 2050 die CO₂ Emissionen ihres Portfolios ermittelt und Ansätze für die Dekarbonisierung identifiziert. Gemeinsam mit AMPEERS ENERGY (AE) geht es nun daran, die Potenziale zu erheben.  

Klimaschutz und Energiewende haben sich in den vergangenen Jahren vom Nischenthema zu einem wichtigen gesellschaftlichen Ziel entwickelt. Bislang lag der Fokus auf dem Ausbau erneuerbarer Energien in großen Windparks oder Photovoltaikanlagen in Einfamilienhäusern. Inzwischen ist schon viel erreicht, aber der Weg zu einer größtenteils CO₂-freien Energieversorgung ist noch weit. Auf diesem Weg gewinnen weitere Segmente immer mehr an Bedeutung, so zum Beispiel große Gebäude oder ganze Quartiere. 

Im Rahmen der Initiative Wohnen 2050 hat die RWB die CO₂ Emissionen ihres Portfolios ermittelt und Ansätze für die Dekarbonisierung identifiziert. Gemeinsam mit AE möchte die RWB jetzt weitere Potenziale erheben und die Energiewende in ihrem Immobilienbestand weiter vorantreiben. 

Um den Hintergrund für diese Entwicklung zu verstehen, muss man einen Blick auf den aktuellen Stand der Energiewende werfen. Zwar tauchen als Sinnbild für den Strukturwandel der Energielandschaft immer wieder große „Windräder“ auf – die eigentlichen Treiber sind aber viel mehr die dezentralen Anlagen aus den Bereichen Solarstrom, Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen oder gar Batterien. Betreiber dieser kleineren Anlagen sind zunehmend auch die Betreiber von Immobilienkomplexen, sodass sich hier spannende Schnittstellen ergeben, die aber dedizierte Lösungen im Bereich des Energiemanagements und der Datenverarbeitung notwendig und reizvoll machen. 

Das junge Unternehmen AE aus München wurde im Mai 2019 aus der Fraunhofer Gesellschaft ausgegründet und arbeitet schon seit einigen Jahren daran, die Dekarbonisierung des Immobiliensektors einfacher und kosteneffizienter zu machen. Dank der jahrelangen Entwicklung mit Fokus auf dezentrale Energieversorgungskonzepte, bietet AE umfassende und maßgeschneiderte Software-Lösungen, sowohl für die Betreiber von Immobilien, als auch für deren Energiedienstleister. Dabei haben es sich die Münchener Spezialisten zur Aufgabe gemacht, diesen Unternehmen bei der Umsetzung innovativer Energiekonzepte von der Planung bis zum Betrieb zu helfen. Im Fokus steht dabei der Einsatz von Software und digitalen Technologien. Denn mit automatisierten Prozessen und dem energiewirtschaftlichen Wissen in einer Cloud-basierten Software können Aufwand und Kosten für Energieeinsparungen erheblich gesenkt werden. Für Immobilienbetreiber ergeben sich sogar Möglichkeiten für die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle wie Mieterstrom oder Mobilitätsservices. Geschickt umgesetzt, wird der Klimaschutz so „von der Last zur Lust“.  

Wir haben mit den Geschäftsführern Thomas Hummelsbeck (RWB) und Karsten Schmidt (AE) über die Zusammenarbeit gesprochen. 

RWB: Herr Hummelsbeck, über Klimaschutz wird viel diskutiert. Die RWB nimmt das Thema offenbar ernst, wo steht die RWB und welche Ziele verfolgen Sie?   

Thomas Hummelsbeck: Der Klimaschutz ist nicht nur für unser Unternehmen die zentrale Aufgabe in den kommenden Jahren und nimmt einen hohen Stellenwert im Projektranking ein. Unseren CO2-Fußabdruck mit etwas weniger als 24 kg je m² Wohnfläche/Jahr kennen wir inzwischen. Das Pariser Klimaschutzabkommen sieht einen Wert von 6 – 12 KG zur Erreichung der Klimaneutralität vor. Angesichts der Tatsache, dass wir bereits über die Hälfte unseres Gebäudebestandes energetisch modernisiert und darüber hinaus mehr als 10- % der Gebäude durch Abriss und Neubau ersetzt haben, zeigt, welche Herausforderung noch vor uns liegt. Mein Ziel ist es jedoch, bis 2030 den CO2-Ausstoß, um mindestens 30% zu reduzieren. 

RWB: AE wurde aus der Frauenhofer Gesellschaft ausgegründet und unterstützt den Immobiliensektor bei der Dekarbonisierung – welche Lösungen braucht der Markt?   

Karsten Schmidt: Wir sehen, dass es im Immobilienbereich noch eine Menge an ungenutzten Potenzialen gibt, wenn es um die konkrete Umsetzung der Energiewende geht. Damit die Betreiber aber auch den Schritt in die richtige Richtung tun, müssen entsprechende Hürden überwunden werden. Die liegen häufig im Aufbau von Kompetenzen und in der Auswahl wirtschaftlicher Geschäftsmodelle. Dies lässt sich am besten lösen, wenn man Prozesse vereinfacht und Kosten einspart beziehungsweise Zusatzerlöse ermöglicht. Hier kommen wir ins Spiel. Wir sehen, dass viele dezentrale Anlagen der erneuerbaren Energien wie PV, Wärmepumpen, Batterien oder gar Wasserstoff-Lösungen häufig optimal in das Immobilienumfeld eingebettet werden können. Sei es als PV-Anlage auf dem Dach oder als Ladestationen für E-Mobilität in der Tiefgarage. Diese Chancen der Sektorenkopplung möchten wir nutzbar machen. Eine Hürde, die es bislang in diesem Bereich gibt, ist die Angst, sich mit einer entsprechenden Installation einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und weitere Kosten ins Boot zu holen.  Mit unseren Software-as-a-Service-Lösungen stellen wir einfach zu nutzende, digitale Energiedienstleistungen für den Immobiliensektor bereit. So werden komplexe Prozesse für den Anwender vereinfacht und automatisiert. Das sorgt sowohl für geringere Anwendungskosten als auch eine nutzerfreundlichere Bedienung. Beides führt neben wirtschaftlichen Vorteilen für den Betreiber zu einer höheren Akzeptanz und schnelleren Umsetzung der Energiewende. Wir sehen uns hier in der Rolle, es dem Immobiliensektor partnerschaftlich zu ermöglichen, an der Revolution der Energielandschaft wirtschaftlich erfolgreich mitzuwirken, und dabei sogar die Mieter als Gestalter direkt mit einzubinden. 

RWB: Wie ist die RWB auf AE gestoßen und was ist das Interessante an der Zusammenarbeit?  

Thomas Hummelsbeck: Im Rahmen von Informationsveranstaltungen zur CO2-Strategie unseres Verbandes KSD (Katholischer Siedlungsdienst e. V.) haben wir AE kennengelernt und sofort das Gefühl gehabt, dass dieser Anbieter der für uns richtige Partner bei der Entwicklung zukunftsfähiger Quartiersversorgungskonzepte sein kann.  

RWB: Welche Schritte werden als Nächstes initiiert? 

Thomas Hummelsbeck: Zunächst erstellen wir einen Klimapfad für unseren Gebäudebestand, quasi eine „To-do-Liste“ die wir mit Zeiträumen und Investitionsgrößen versehen. Die erste Umsetzung ist bereits angestoßen, und zwar in unserem Quartier in Duisburg-Ungelsheim mit knapp 800 Wohnungen und rd. 50.000 m² Wohnfläche. Dort ist die flächendeckende Ausstattung mit Photovoltaik sowie Wärmepumpen vorgesehen, die uns dann in die Klimaneutralität verhelfen wird. 

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Thomas Hummelsbeck
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