Quartiersentwicklung Oldenburgallee

Denkmalgeschützt & zukunftsfähig

Die Modernisierung und Aufwertung denkmalgeschützter Wohnanlagen ist für Projektplaner eine Herausforderung – und das gleich in zweifacher Hinsicht. Einerseits müssen sie die teils engen Vorgaben der Behörden berücksichtigen. Andererseits sollen sie den Anspruch der Mieter an modernen, zeitgemäßen Wohnraum erfüllen. Im Berliner Westen finden wir ein gelungenes Beispiel für diesen Drahtseilakt. 

Das Wohnensemble in Neu-Westend, das sich über die Oldenburgallee hinaus bis auf die Westendallee erstreckt, stammt aus der Feder des Architekten Martin Braunstorfinger. In den Jahren von 1933 bis 1937 ließ er die Anlage zusammen mit dem angrenzenden Kloster St. Gabriel und der Kirche Maria Verkündigung errichten.

Im Jahr 2003 entschieden wir uns für die umfassende Neugestaltung des ersten Gebäudes der Wohnanlage. Der Grund: Die seinerzeit für die Unterbringung von Ordensschwestern konzipierten 28 Kleinstwohnungen waren in dieser Form nicht mehr marktfähig. Nach zeitintensiver Abstimmung mit der Berliner Denkmalschutzbehörde konnten wir das Projekt 2004 starten.

Es entstanden 15 neue, komfortable Mietwohnungen sowie 3 zusätzliche Dachgeschosswohnungen. Alle Wohnungen erhielten moderne Holzfenster, eine Kellerdeckendämmung und eine Fußbodenheizung. Von einer umfassenden Innendämmung als Alternative zur Fassadendämmung sahen wir aufgrund bauphysikalischer Bedenken ab.

Das fertige Ergebnis fand Anklang – auch bei den Berliner Behörden. So war es nur folgerichtig, für die übrigen Gebäude ebenfalls Maßnahmen zur Wertverbesserung und Modernisierung zu entwickeln. Die vordergründige Überlegung: Jede Wohnung sollte einen Balkon erhalten bzw. die bestehenden, viel zu kleinen Balkone durch größere, nutzbare ersetzt werden. Eine technisch sehr anspruchsvolle Aufgabe, da vorgeständerte Systeme (bei Balkonnachrüstungen üblich) aus Gründen des Denkmalschutzes bis auf einen Fall nicht möglich waren. Schlussendlich fanden wir jedoch eine Lösung. Zudem erhielten auch diese Wohnungen neue Holzfenster, eine Kellerdeckendämmung sowie eine Dämmung der obersten Geschossdecken.

 

Zwischen 2008 und Ende 2012 haben wir die übrigen 90 Wohnungen auf diese Art und Weise modernisiert und so fit für die Zukunft gemacht. Mit dem Haus Westendallee 55 konnten wir dann Ende 2012 das Sanierungsprogramm im Quartier Oldenburgallee abschließen. 

FAKTEN

Adresse:
Oldenburgallee 12, 12a, 12b, 12c, 13, 46, 46a, 47, 47a, 48, 48a, 48b, 49, 49a und Westendallee 55
Wohnungen:
108 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rd. 7.550 m²
Wohnfläche:
2- bis 5-Zimmer-Wohnungen in den Größen zwischen 48–119 m²
Baujahr:
zw. 1931–1937
Sanierung:
umfassende Sanierung im Zeitraum 2004–2012
Kosten:
Modernisierungs- und Sanierungsaufwand insgesamt rd. 5 Mio. € 

 

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