Christstollen
06.12.2018

Das Weihnachtsgebäck schlechthin: der Christstollen! Egal, ob Marzipanstollen, Quarkstollen oder Mohnstollen: Keine dieser Köstlichkeiten darf an Weihnachten fehlen. Der wohl berühmteste ist der Dresdner Stollen. Das Original wird in 130 Bäckereien und Konditoreien in Dresden und der Umgebung gebacken. Nur wenn er den Ansprüchen der Satzungen entspricht, bekommt er das Stollensiegel – dieses versichert höchste Qualität und ist Zeichen der Echtheit.

Jedoch ist bekanntlich aller Anfang schwer: Der Christstollen, damals noch Striezel genannt, wurde in der Anfangsphase lediglich mit Mehl, Hefe, etwas Öl und Wasser hergestellt – damals galt er noch als Fastengebäck. Nach kirchlicher Vorschrift durften die sächsischen Kurfürsten und Bäcker den heute so beliebten Christstollen mit keinen anderen Zutaten backen – was ihn nicht zu einem besonders leckeren Gebäck machte. 1427 wurde das geschmacksarme Fastengebäck dann erstmals dem sächsischen Hof als Weihnachtsgebäck überreicht.

Der Butterbrief

Weil der Christstollen so neutral und langweilig schmeckte, schrieben der Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Albrecht einen Brief an den damaligen Papst Innozenz VIII. Sie baten ihn, das damalige Butterverbot aufzuheben, denn genau diese Zutat fehlte ihnen, um den Christstollen aufzupeppen. Doch bis dieser Antrag angenommen war, vergingen Jahre. Nach einiger Zeit war es so weit – Papst Innozenz VIII. nahm den Antrag unter einer Bedingung an: Sie mussten als Buße „Buttergeld“ zahlen, womit der Kirchenbau unterstützt werden sollte. Gesagt, getan! Das Bußgeld wurde bezahlt und der Christstollen bekam mehr und mehr Geschmack. So wurde es zur Tradition, dass diese Leckerei am heiligen Fest auf dem Tisch steht. Genauso entwickelte sich auch der Brauch, dass die Bäckermeister der Stadt am Weihnachtsabend einen Christstollen durch die Stadt zum Schloss des Landherrn trugen.

Schon gewusst?

Der Christstollen soll eine Nachbildung des Jesuskindes darstellen. Dabei soll der weiße Puderzucker die weißen Windeln veranschaulichen. Außerdem sind die Zutaten für den Dresdner Christstollen festgelegt: Nur Bestandteile, die vom Schutzverband Dresdner Stollen e. V. bestimmt worden sind, dürfen zur Herstellung des echten Dresdner Christstollens verwendet werden.

Rezept

300 g Rosinen
3 EL brauner Rum
540 g Weizenmehl
90 g Zucker
85 g Butterschmalz
250 g Butter
50 g Zitronat
50 g Orangeat
120 g gemahlene Mandeln

30 g Marzipanrohmasse
1⁄2 TL Salz
Abgeriebene Schale von 1 Zitrone
1⁄2 TL Gewürzmischung für Stollen
140 ml Milch
2 Würfel frische Hefe
100 g Butterschmalz
75 g Zucker
100 g Puderzucker

  1. Einen Tag vorher die Rosinen mit Rum mischen und einweichen lassen. Restliche Zutaten, außer Hefe und Milch, abwiegen und bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  2. Am nächsten Tag die Hälfte der Milch erwärmen und in eine Schüssel geben. Hefe hineinbröseln, mit einer Gabel glatt rühren. 1 Prise Zucker und 3 Esslöffel Mehl zugeben. Alles gut verrühren. Abgedeckt an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen.
  3. Übriges Mehl, Gewürzmischung, Zitronenschale, Zucker, Salz, restliche Milch, Butter, Butterschmalz, Mandeln und Marzipanrohmasse zum Vorteig geben und alles mit den Knethaken des Handrührgerätes verkneten. Teig auf die Arbeitsfläche geben, etwas flach drücken. Zitronat, Orangeat und Rosinen in die Mitte geben. Seiten überschlagen, alles mit den Händen vorsichtig unterkneten.
  4. Teig 1 Stunde gehen lassen. Backofen auf 175 °C vorheizen. Teig durchkneten. Auf bemehlter Fläche zu einem ovalen Laib formen. Mit der Teigrolle in der Mitte eindrücken, so dass oben und unten 2 Wülste entstehen.
  5. Eine Hälfte etwas flach rollen, diese versetzt über die andere schlagen. Stollen mit den Handkanten nachformen, diagonal auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Auf zweiter Schiene von unten ca. 1 Stunde backen. Noch heißen Stollen auf dem Backblech mehrmals mit flüssigem Butterschmalz bepinseln. Mit Zucker bestreuen und 2⁄3 des Puderzuckers darüber sieben. Abkühlen lassen. Mit restlichem Puderzucker bestäuben.
  6. An einem kühlen Ort, in Alufolie gewickelt, sollte er 14 Tage lagern, bevor man ihn anschneidet.

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Heike Dräger
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