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Gemeinsam bauen, gemeinsam wohnen: die Baugemeinschaft an der Regerstraße

Auf dem Grundstück an der Regerstraße entsteht nicht nur unser neues Quartier am Schlosspark. Auch eine private Baugemeinschaft plant hier ein Mehrfamilienhaus. Acht Parteien sollen künftig unter einem Dach leben und mehr miteinander teilen als eine Adresse. 

Wir haben mit Jennifer Spatz über die Idee der Baugemeinschaft, nachhaltiges Bauen und eine Nachbarschaft gesprochen, in der sich die Bewohner:innen gegenseitig unterstützen. 

Rheinwohnungsbau: Frau Spatz, wer sind Sie und wer gehört zur Baugemeinschaft?

Jennifer Spatz: Ich bin Journalistin und lebe seit sechs Jahren mit meinem Mann und unserem Sohn in Düsseldorf-Benrath. Seit knapp zwei Jahren sind wir Teil der Baugemeinschaft. Aktuell besteht die Gruppe aus zwei Familien mit jeweils einem Kind. Insgesamt planen wir ein Haus für acht Parteien. Wir suchen also noch weitere Menschen, die gemeinsam mit uns bauen und später dort wohnen möchten.

Was ist die Idee hinter dem Projekt?

Wir möchten ein nachhaltiges Mehrfamilienhaus schaffen, in dem Menschen langfristig leben können. Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber nicht nur eine umweltbewusste Bauweise. Es geht auch darum, Ressourcen im Alltag gemeinsam zu nutzen. 

In einem Haus braucht zum Beispiel nicht jede Partei eine eigene Bohrmaschine. Auch Waschmaschinen oder andere Gegenstände können geteilt werden. Geplant sind außerdem ein Gemeinschaftsraum und ein großer Gemeinschaftsgarten. Im Gemeinschaftsraum können wir zusammenkommen oder Geburtstagsfeiern stattfinden lassen. Dadurch muss nicht jede Wohnung Platz für einen großen Esstisch vorhalten, der nur wenige Male im Jahr gebraucht wird. 

Das Wichtigste ist für uns die Gemeinschaft. Wir möchten keine anonyme Nachbarschaft, sondern ein Haus, in dem man sich kennt und füreinander da ist. 

Rendering Holzvilla
KI-generiertes Rendering

An wen richtet sich die Baugemeinschaft?

Wir möchten gerne ein Mehrgenerationenhaus werden und sprechen deshalb Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen an. Jüngere Bewohner:innen können ältere unterstützen. Umgekehrt können auch ältere Nachbar:innen für Familien eine große Hilfe sein. 

Dabei geht es oft um kleine Dinge: füreinander einkaufen, wenn jemand krank ist, kurz auf ein Kind aufpassen oder mit Mehl aushelfen, wenn beim Backen etwas fehlt. Genauso wichtig ist es, sich im Hausflur oder im Gemeinschaftsraum zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Warum haben Sie sich für eine Baugemeinschaft entschieden?

Ein Vorteil ist, dass wir uns schon vor dem Einzug kennenlernen. Wir sprechen frühzeitig über unsere Vorstellungen, treffen Entscheidungen gemeinsam und entwickeln Regeln für das Zusammenleben. Natürlich wird man sich nicht bei jedem Punkt sofort einig sein. Aber auch solche Diskussionen helfen dabei, als Gruppe zusammenzuwachsen. 

Wer Teil unserer Baugemeinschaft wird, soll später selbst im Haus wohnen. Das Projekt ist nicht für Ferienwohnungen oder als reine Kapitalanlage gedacht. Sollte eine Partei irgendwann ausziehen, kann die Gemeinschaft mitentscheiden, wer neu hinzukommt. 

Warum haben Sie sich für eine Baugemeinschaft entschieden?

Wir streben die Gründung einer Genossenschaft an. Die Bewohner:innen kaufen daher nicht direkt eine Wohnung, sondern erwerben Genossenschaftsanteile. Mit diesen Anteilen ist ein entsprechendes Wohnrecht verbunden. 

Dadurch ist die notwendige Einlage geringer als beim klassischen Kauf einer Neubauwohnung. Zusätzlich fällt ein monatlicher Betrag an, über den unter anderem die laufenden Kosten des Hauses und die Finanzierung getragen werden.

Was gefällt Ihnen am Standort in Benrath?

Benrath bietet für Menschen aller Generationen viel. Das Schwimmbad mit Freibad liegt direkt nebenan. Die Fußgängerzone ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Dort gibt es Geschäfte, Drogerien und weitere Angebote für den täglichen Bedarf. 

Auch das Schloss Benrath mit seinem Schlosspark und der Rhein sind nicht weit entfernt. Gleichzeitig ist der Standort sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr und das Straßennetz angebunden.  

Das ist für Familien mit Kindern ebenso interessant wie für ältere Menschen, die nicht mehr selbst Auto fahren möchten. Viele Wege können zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. 

Wie soll sich das Haus in das Quartier am Schlosspark der Rheinwohnungsbau einfügen?

Baugrundstück

Wir glauben, dass sich unser Haus sowohl optisch als auch inhaltlich gut in das Quartier einfügen wird. Wir streben ebenfalls eine nachhaltige Bauweise an. Voraussichtlich wird das Gebäude eine Holzverkleidung erhalten. Vorgesehen sind außerdem Fassadenbegrünung sowie ein begrüntes Flachdach mit Photovoltaikanlage. 

Die bisherigen Planungen für das Quartier der RWB wirken offen und einladend. Es entstehen Bereiche, in denen sich Nachbar:innen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können. Wir wünschen uns eine gute Nachbarschaft mit den Menschen in den Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäusern. 

Rendering Mehrfamilienhaus
Rendering Mehrfamilienhaus

Woher kennen Sie die zweite Familie, die Teil der Baugemeinschaft ist?

Wir leben bereits seit sechs Jahren im selben Haus und haben uns dort als Nachbar:innen kennengelernt. Wir sind damals gleichzeitig in einen Neubau gezogen, mitten in der Corona-Zeit. Dadurch war es besonders wertvoll, Menschen im Haus zu haben, mit denen man sich austauschen konnte. 

Unsere damalige Hausgemeinschaft ist schnell zusammengewachsen. Wir sind gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt gegangen und haben ein Running Dinner durch das Haus organisiert. Mit der Zeit sind einige Parteien ausgezogen und die Gemeinschaft wurde kleiner. Die positiven Erfahrungen aus dieser Zeit möchten wir nun in unser eigenes Wohnprojekt mitnehmen. 

Wie viele Wohnungen sind geplant?

Insgesamt entstehen acht Wohnungen. Der Großteil der Wohnungen wird ungefähr 90 bis 95 Quadratmeter groß sein. Zusätzlich ist im Erdgeschoss eine kleinere Wohnung mit rund 53 Quadratmetern geplant. 

Die größeren Wohnungen werden voraussichtlich vier Zimmer haben. Dafür gab es bisher sowohl bei Familien als auch bei älteren Interessent:innen die größte Nachfrage. Gerade Menschen, die aus einem eigenen Haus ausziehen, möchten sich häufig räumlich nicht zu stark verkleinern. 

Die Wohnungen im Erdgeschoss sollen jeweils eine Terrasse und einen kleinen Garten erhalten. Die oberen Wohnungen bekommen Balkone. Hinzu kommt der gemeinsame Garten auf der Südseite des Hauses.

Mit welchen Kosten müssen Interessent:innen rechnen?

Nach der aktuellen Schätzung liegt die einmalige Genossenschaftseinlage für eine der größeren Wohnungen bei rund 150.000 Euro. Beim Auszug können die Anteile wieder verkauft werden. 

Hinzu kommt ein monatlicher Betrag. Für die größeren Wohnungen rechnen wir derzeit mit etwa 1.600 bis 2.000 Euro. Darin sollen neben der Finanzierung auch laufende Kosten wie Hausstrom oder Müllabfuhr enthalten sein. Die genaue Höhe steht noch nicht fest und hängt von der weiteren Planung und Finanzierung ab. 

Das Modell kann für Familien und ältere Menschen interessant sein, weil zu Beginn weniger Eigenkapital benötigt wird als bei einem klassischen Immobilienkauf. Dafür sind die monatlichen Kosten zunächst höher. 

Wo steht das Projekt aktuell?

Die Grundrisse sind bereits weit fortgeschritten, müssen aber noch in einzelnen Punkten angepasst werden. Als Baustart ist derzeit voraussichtlich das Jahr 2028 vorgesehen. Das Haus soll nach aktueller Planung Ende 2029 fertiggestellt werden. 

Ein wichtiger nächster Schritt ist, die Gruppe zu vervollständigen und anschließend den Erbbaurechtsvertrag zu schließen. Für die weiteren Planungen streben wir an bis Ende des Jahres möglichst mindestens sechs feste Parteien zusammenzubringen. Im besten Fall sind dann bereits alle acht Wohnungen vergeben.

Was sollten Interessent:innen mitbringen?

Neben Interesse am gemeinschaftlichen Wohnen braucht es Zeit und Geduld. In einer Baugemeinschaft gibt es keinen klassischen Bauträger, der alle Entscheidungen übernimmt. Wir müssen uns viele Themen selbst erarbeiten und gemeinsam abstimmen. 

Dabei bringt jede Person andere Erfahrungen und Kenntnisse mit. Menschen mit Wissen in den Bereichen Architektur oder Finanzen können die Gruppe zum Beispiel sehr unterstützen. Aber auch alle anderen Perspektiven sind wichtig. Schließlich planen wir nicht nur ein Gebäude, sondern unser zukünftiges Zuhause

Welche Rolle spielt die Rheinwohnungsbau bei der Planung?

Wir stehen in einem engen Austausch mit der Rheinwohnungsbau und profitieren von ihren Erfahrungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Bauprojekten. Als private Baugemeinschaft beschäftigen wir uns zum ersten Mal mit vielen dieser Fragen. Deshalb sind praktische Hinweise und der regelmäßige Austausch für uns sehr hilfreich. 

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Für mich ist ein großer Meilenstein erreicht, wenn unsere Gruppe vollständig ist und der Erbbaurechtsvertrag unterschrieben wurde. Dann können wir richtig durchstarten. 

Es ist schön zu sehen, wie die Pläne nach und nach konkreter werden. Besonders freue ich mich darauf, die zukünftigen Nachbar:innen schon während der Planungsphase kennenzulernen. Wenn wir 2029 einziehen, haben wir bereits mehrere Jahre gemeinsam an unserem Zuhause gearbeitet. Das schafft eine ganz andere Verbindung. 

Interesse an der Baugemeinschaft?

Die Baugemeinschaft freut sich über weitere Interessent:innen. Kontaktieren Sie die Baugemeinschaft per Mail unter info@holzvilla-benrath.de. Anschließend kann das Projekt in einem persönlichen Gespräch oder bei einem Interessent:innentreffen näher vorgestellt werden. Weiterführende Informationen finden Sie auch unter www.holzvilla-benrath.de.

Hinweis: Angaben zu Flächen, Kosten, Baustart und Fertigstellung entsprechen dem Planungsstand zum Zeitpunkt des Interviews und können sich im weiteren Projektverlauf noch ändern. 

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